Mit einem breiten Grinsen und unter den stolzen Blicken ihrer Eltern endete für die nun ehemaligen Schüler der FOS/BOS Pfarrkirchen (Landkreis Rottal-Inn) bei der Zeugnisübergabe das letzte Schuljahr. Nach den absolvierten Prüfungen richten insgesamt 243 Absolventen den Blick ab sofort nach vorn. Mit dem Zeugnis in der Hand startet für sie ein neuer Lebensabschnitt, für den sie, wie von den Rednern bestätigt, bestens gewappnet seien.
Von den 243 erfolgreichen Schülern haben 171 das Fachabitur geschafft, 69 erhalten die allgemeine Hochschulreife und drei weitere die fachgebundene Hochschulreife, wie Schulleiter Stefan Weber erklärte. 56 Schüler erreichten einen Notendurchschnitt mit einer Eins vor dem Komma, während zehn Schüler das Abitur nicht bestanden. „Das zeigt, dass das Abitur an der Beruflichen Oberschule anspruchsvoll und kein Selbstläufer ist“, bewertete der Schulleiter diese Zahlen.
Beharrlichkeit, Disziplin, Übung und Leidenschaft
In seiner anschließenden Rede ging er darauf ein, was es im Leben brauche, um erfolgreich zu sein. Entscheidend sei dabei nicht nur Talent oder Intelligenz, sondern vor allem Beharrlichkeit, Disziplin, Übung und Leidenschaft. „Durchhaltevermögen wird auch in Ihren nächsten Lebensabschnitten eine wichtige Rolle spielen“, bescheinigte Weber. Allen voran die ersten beiden Semester an einer Hochschule würden viel Disziplin und Ausdauer verlangen. Auch ein bewusstes Üben durch zielgerichtetes Training sei nun für Spitzenleistung notwendig. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie einen Beruf finden, der auch Ihre Berufung ist“, so Weber. Denn wer mit Leidenschaft dabei ist, habe die besten Voraussetzungen, langfristig erfolgreich zu sein.
Schließlich ging er auch auf die Punkte Flexibilität und Kreativität ein. Allen voran aufgrund des technischen Fortschritts, Stichpunkt Künstliche Intelligenz, sei es wichtig, offen für Neues zu bleiben, dazuzulernen und sich auf veränderte Anforderungen einzustellen. „Wichtig wird aber auch die Kreativität sein, denn gerade dort, wo neue Ideen, Eigenverantwortung und der Blick über den Tellerrand gefragt sind, werden Menschen in Zukunft unersetzlich bleiben.“
Jahrgang ist zusammengewachsen

Die musikalische Umrahmung der Abschlussfeier lieferten die Schüler selbst. Jana Schwate (links), Ryan Duffy und Sophia Birkeneder spielten „Viva La Vida“ von „Coldplay“.
Weber bedankte sich bei seinen Kolleginnen und Kollegen an der Schule, seinem Stellvertreter Wilhelm Kronthaler sowie den Mitarbeiterinnen des Sekretariats. Den Abiturienten dankte er für ihr Engagement bei der Mitgestaltung der Schule, mit der sie ihre persönliche Reife fürs Leben unter Beweis gestellt hätten.
Von Seiten der SMV gaben Janina Putz und Amelie Feldl zu, dass es sich „etwas komisch anfühlt, jetzt hier zu stehen.“ Sie blickten zurück auf unzählige Veranstaltungen wie den Tag der offenen Tür, Fasching oder zuletzt die Mottowoche. Über die Schulzeit hinweg habe der Jahrgang viel erlebt, doch sei dabei auch zusammengewachsen. „Wir durften die Schule aktiv mitgestalten, was uns immer viel Spaß gemacht hat. Dafür wollen wir uns recht herzlich bedanken,“ so die beiden Absolventinnen.
Auch Eltern wissen nicht jede Antwort
Nicole Spatenender und Ilona Reitmeier fassten die vergangenen Jahre aus Sicht des Elternbeirats zusammen: „Wir haben durch euch viel über das Lernen gelernt. ,Ich lerne später‘ ist durchaus eine legitime Zeitangabe, 47 Mal auf das Handy schauen ist dabei auch möglich und wenn die Tür zu ist, wird entweder intensiv gelernt oder gar nichts gemacht“, sagten sie schmunzelnd. Aus den Schülern seien junge Erwachsene geworden, „die teilweise sogar bessere Argumente als die Eltern haben.“ Nun werde jeder seinen eigenen Weg gehen, auch wenn es noch nicht für jede Zukunftsfrage die passende Antwort gebe – Doch das sei bei den Eltern genauso.
Anerkennung von Stadt und Landkreis

Die Absolventen mit einem Notenschnitt bis 1,5 erhielten Urkunden sowie Geschenke von Vertretern ihrer Heimatgemeinde.
Das Bestehen der schweren Prüfungen sei ein Erfolg, auf den man besonders stolz sein könne, so stellvertretende Landrätin Anna Nagl. „Ihnen stehen nun viele Türen offen. Vielleicht wird nicht die erste und auch nicht die zweite die Richtige sein, aber Sie haben nun das Wissen, um Ihren eigenen Weg zu gestalten“, richtete sie einige Worte an die Absolventen. Nagl appellierte, sie sollen ihrem eigenen Gefühl treu bleiben und, getreu dem Jahrgangsmotto „Shine from within“, von innen strahlen.
Von einer „befreienden Erkenntnis das Diplom nun zu haben“ sprach Pfarrkirchens zweiter Bürgermeister Hermann Gaßner. „Ihr seid jetzt verurteilt zur Freiheit, doch das bedeutet auch, Verantwortung übernehmen zu müssen.“ Dafür seien die Schüler bestens gewappnet. Sein Appell für die Zukunft lautete: „Nehmt eure Wünsche ernst, folgt nicht den Lautesten und macht die Welt zu einem besseren Ort.“ Seinen Dank richtete er auch an die Lehrer, denn auch das größte Genie nutze nichts ohne richtige Förderung.
Besondere Leistungen geehrt

Für besondere Leistungen wurden einige Schüler geehrt.
Neben der Zeugnisvergabe wurden Schüler für besondere Leistungen geehrt. Dies waren für den Mathematikpreis Kilian Mooser, im Fach Englisch für das Erreichen des C1-Zertifikats (Cambridge University) Zsofia Hahn, Sophia Maier, Alexandra Stöger und Sarah Wischnewski, für den Einsatz in der SMV Angelina Steimel, Amelie Feldl, Alina Zauner und Janina Putz, das Team der Schülerzeitung Julia Wyimov, Jona Matschi, Robin Brinninger, Antonia Kobler, Pia Eder, Helena Wimmer, Emilia Härtl und Johanna Strell, für hervorragende Leistung im Kunstunterricht Miriam Dörfler und Lea Matschi, für die musikalische Gestaltung der Abschlussfeier Jana Schwate, Sophia Birkeneder, Antonia Kobler, Jona Matschi, Maria Werner, Daria Henning, Ryan Duffy und Sophia Maier, für den Sieg beim Gründungsspiel „Ideen machen Schule“ Dominik Hanslbauer, Tobias Pauer und Florian Strobl.
Die besten Schüler
Die besten SchülerAlle Absolventen, die einen Notenschnitt bis 1,5 erreichten, erhielten eine Urkunde sowie ein Geschenk ihrer Heimatgemeinde, überreicht von den Bürgermeistern oder deren Vertretern. Die beiden Jahrgangsbesten waren für die FOS Anna Greineder mit einer glatten 1,0 und mit einem Schnitt von 1,3 Selina Kiermeier für die BOS. Die weiteren Schüler waren: Jana Buentke (1,04), Ines Stauder (1,1), Kilian Moser (1,2), Hannah Sem, Leni Emmer, Severin Stallmeier, Jonah Baumgartner (alle 1,3), Michael Bullok, Susanna Eglseder, Julia Wyimov, Selina Treffer, Laura Federholzner, Patrick Zanklmaier, Alina Eisenreiter-Rohrmeier (alle 1,4) sowie Laura Holzer, Genoveva Brunnhuber, Anna Wimmer, Lea Hennersperger und Simon Meierhofer (alle 1,5).
Bildunterschrift Beitragsbild: Die beiden Jahrgangsbesten Anna Greineder (2.v.l) und Selina Kiermeier (2.v.r) mit Schulleiter Stefan Weber (links) und Stellvertreter Wilhelm Kronthaler.
Der Artikel wurde von Oliver Wilbers verfasst und ist am 12.07.26 auf pnp.de erschienen.



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